Ostern fällt bei Händel aus
Letzte Handgriffe an der neuen Dauerausstellung "Händel - der Europäer" in Halle (Saale)
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Frisch aufgebracht: der Schriftzug "HÄNDEL-HAUS Musikmuseum". Noch haben die Handwerker das Hausrecht im Geburtshaus von Georg Friedrich Händel, doch am 14. April 2009 soll das frisch sanierte Händel-Haus in Halle (Saale) feierlich eröffnet werden.
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Jeder Raum, in der neuen Dauerausstellung "Händel - der Europäer", bietet ein Zitat aus dem Leben von Georg Friedrich Händel. Die Schrift Caslon, aus dem Jahr 1722 von William Caslon, vermitttelt nicht nur den Zeitgeist, sondern auch Fakten.
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Ein Raum, in der neuen Händel-Ausstellung, ist dem Leben in seiner Geburtsstadt Halle (Saale) gewidmet. Ob Taufkirche, Gymnasium oder der Dom (Ort seiner ersten Organistenstelle) sind hier in wenigen Minuten zu erkunden.
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Jeder Raum, in der neuen Dauerausstellung "Händel - der Europäer", befasst sich mit einer anderen Lebensstation von Händel. Die Jahre in Italien werden mit einer aufwändig gestalteten Pergola und 8 Guckloch-Theatern dargestellt.
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Die Osterfeiertage werden von Handwerkern und Museumsmitarbeitern für die letzten Handgriffe genutzt, denn die feierliche Eröffnung am 14. April 2009 ist nur noch wenige Stunden entfernt.
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Jeder Buchstabe, jede Ziffer muss sitzen, wenn am 14. April das frisch sanierte Händel-Haus in Halle (Saale) feierlich eingeweiht wird. Hier werden gerade die letzten Zeilen zur Geschichte des Geburtshauses von Georg Friedrich Händel gesetzt.
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Noch gleicht es einer Baustelle, das neue Foyer des Händelhauses in Halle (Saale). Aber auch hier sollen über die Osterfeiertage die letzten Arbeiten erledigt sein.
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Die älteste bekannte Abbildung des Geburtshauses von Georg Friedrich Händel, hier in einer Veröffentlöichung in "The Illustrated London News" aus dem Jahr 1859.
Beißende Geräusche von Akkuschraubern und Bohrmaschinen empfingen im halleschen Händelhaus am Donnerstag die neugierigen Pressevertreter. Der Schriftzug "HÄNDEL-HAUS Musikmuseum" wurde gerade am neuen Eingang des frisch sanierten Geburtshaus von Georg Friedrich Händel angebracht, während Dr. Adlung im Innenhof des Händelhauses ein paar Überraschungen versprach und voller Stolz die Besucher zum Rundgang durch die Baustelle anführte.
Weinarchiv im Romanischen Gewölbe
Vorbei an Paketen mit Möbeln für das neue Foyer, Handwerkern auf Leitern – die bohrten und schraubten, ging es erst einmal hinab in das Romanische Gewölbe des Hauses. Es ist zugleich die älteste Bausubstanz des Objektes, vermutlich aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Das Kreutzgratgewölbe wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert und soll nun auch für kleinere feierliche Anlässe oder intime Konzertabende genutzt werden. Der Rotary-Club hat schon mehrfach Interesse an einer Nutzung des Gewölbes bekundet, so Stiftungsdirektor Adlung.
In einem Nebenraum wird sich in Zukunft ein Weinarchiv befinden, in dem der Händelwein aus dem Stadtarchiv von Halle (Saale) wohltemperiert lagern wird. Damit schlagen die Museumsmitarbeiter auch einen Bogen in die Geschichte des Händelhauses, denn schon Georg Händel, der Vater des Komponisten, lagerte hier seine Weine. Während der Restaurationsarbeiten sollen sogar alte Flaschen Wein gefunden worden sein.
Jeder Raum ein Zitat
Der Aufstieg in das erste Obergeschoss ging dann wieder vorbei an Handwerkern und von Folien verhüllten Schränken. Die Dominante des neuen Museums und der neuen Ausstellung ist das Weiß. Man habe sich bewusst für das leuchtende Weiß entschieden, so Dr. Adlung. Dadurch wolle man den Blick auf das Wesentliche, auf die Exponate konzentrieren.
Eine weitere Besonderheit der neuen Ausstellung ist das verwendete Material für Bilderrahmen, Vitrinen, Säulen oder Leuchtelemente. Sämtliche Ausstellungsmöbel worden aus Corian gefertigt, ein acrylgebundener Werkstoff, dem hier Marmormehl beigemengt worden ist. Der mineralische Glanz ist deutlich sichtbar und selbst beim Berühren der Gegenstände, ahnt man schnell die Kühle des zermahlenen Gesteins.
Ungewöhnlich für eine Ausstellung ist auch das Fehlen von Täfelchen mit den Beschreibungen der ausgestellten Objekte. Hier haben sich die Ausstellungsgestalter auf die weißen Flächen der Wände besonnen und dort die erklärenden Texte aufgebracht. Dafür haben sie eine Schrift aus der Zeit von Georg Friedrich Händel gewählt: Caslon. Der Engländer William Caslon entwarf 1722 die gleichnamige Schrift, die nun selbst den Zeitgeist Händels ausatmet und in jedem Raum des frisch sanierten Museums aus dem Leben von Georg Friedrich Händel zitiert.
Barocktheater, Lebensstationen und italienische Pergola
Auch wenn bei dieser Vorbesichtigung noch nicht sämtliche Exponate installiert waren, so ahnte man schon das Versprechen des Stiftungsdirektors. Die neue Dauerausstellung "Händel – der Europäer" soll spannend und erlebnisreich sein. Allein die Nachbildung der Oper am Gänsemarkt in Hamburg, an der Händels erste Oper "Almira" erfolgreich uraufgeführt wurde, wird die Museumsgäste zum Verweilen einladen. An Schaltern und Hebeln hat der Besucher hier die Möglichkeit, einem papiernen Händel das Cembalo spielen zu lassen.
Ein weiterer Raum lädt den Besucher zum Abwandern der wichtigen Stationen des Komponisten in seiner Geburtstadt Halle (Saale) ein. Hier kann auf einem Stadtplan, der auf dem Fußboden aufgebracht ist, unter anderen die Taufkirche, sein Gymnasium oder der Ort seiner ersten Vorlesungen in Jura laufend erkundet werden.
Ein wesentlich kleinerer Raum, aber mit deutlich mehr Finesse ausgestattet, soll die Jahre in Italien erlebbar machen. Dem Besucher wird hier eine Pergola mit barocken Ornamenten in strahlendem Weiß geboten, die in das allgegenwärtige Material Corian geschnitten worden. In der Pergola hat man acht Guckkastenbühnen eingelassen, wovon drei auf die Größe von Kindern ausgerichtet sind.
Schätze in der Dunkelkammer
Dramaturgisch geschickt gesetzt, war am Ende der Führung die Besichtigung von Originalhandschriften des Komponisten und großen Sohnes der Stadt Halle (Saale). Durch Leihgaben der Staats- und Universitätsbibliothek und der British Library, der Nationalbibliothek von Großbritannien, werden für drei Monate originale Handschriften von Kompositionen Georg Friedrich Händels in einer "Schatzkammer" gezeigt. Ein Raum, der den anwesenden Fotografen das Nackenhaar zu Berge stehen ließ. Denn um die Handschriften Händels zu sehen, muss der Besucher einen kleine dunklen Raum betreten, in dem hinter Sicherheitsglas und mit spärlichem Licht ausgestattet, die Noten und Notizen des Meisters zu betrachten sind. Unter anderen sind die "Coronation Anthems" (die Königshymnen zur Thronbesteigung von Georg II.) zu sehen. Welche übrigens von Tony Britten als Grundlage zur Hymne der UEFA Champions League verwendet wurde.
Tag der offenen Tür im Händel-Haus
Auch wenn man bei der Vorabbesichtigung viele leere Vitrinen, verhüllte Gegenstände und eifrig arbeitende Handwerker zu sehen bekam, die Ahnung von der neuen und zugleich lebendigen Ausstellung konnte Philipp Adlung allemal vermitteln.
Bis zur feierlichen Eröffnung, am 14. April 2009, bleiben den Museumsmitarbeitern und den Handwerkern nur noch wenige Stunden, doch der Stiftungsdirektor ist sich sicher, über die Osterfeiertage werden allen nötigen letzten Handgriffe gemacht sein.
Der Öffentlichkeit werden sich das frisch sanierte Museum und die neue Dauerausstellung "Händel - der Europäer" am 15. April 2009 mit einem Tag der offenen Tür präsentieren. Von 10:00 bis 18:00 Uhr werden dann den Besuchern unter anderen ein Rundgang für Kinder, ein musikalisches Clownstheaterstück und die Versteigerung der Händelrose geboten.
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