Halle (Saale) - 14. April 2009 | salikus.de

Festwoche für einen Workaholic: G. F. Händel

Händels Geburtsstadt Halle (Saale) ehrt seinen großen Sohn

Das Händel-Fest-Jahr in Halle (Saale) läuft zur Höchstform auf. Heute wird die neue Dauerausstellung "HÄNDEL - Der Europäer" im Händel-Haus eröffnet und am Sonntag wird mit dem Händel-Special-Day der vorläufige Höhepunkt erreicht. Und die komplette Woche jagt ein Veranstaltungstermin den anderen, zu Ehren des Komponisten Georg Friedrich Händel.

Bild: Georg Friedrich Händel

© Archiv

Heute jährt sich sein Todestag zum 250. Mal und seine Geburtsstadt Halle (Saale) ehrt den Barockkomponisten nicht nur mit einer Festwoche, sie hat ihrem großen Sohn sogar das Jahr gewidmet.

Bild: Das Händel-Haus vor seiner Wiedereröffnung

© Thomas Schult

An Gündonnerstag waren im frisch sanierten Händel-Haus in Halle (Saale) die Handwerker noch allgegenwärtig. Heute soll alles fertig sein, um die neue Dauerausstellung "HÄNDEL - DerEuropäer" feierlich zu eröffnen.

Über 600 Einträge hat das Händel-Werke-Verzeichnis (HWV), darunter 46 Opern und 36 Oratorien. Wäre es nach dem Vater von Georg Friedrich Händel gegangen, würde es ein Händel-Werke-Verzeichnis heute gar nicht geben. Doch auf Druck von Herzog Johann Adolf I., der das musikalische Talent des Kindes erkannte, schickte ihn der Vater dann schließlich doch zu einem erfahrenen Musiker. In seiner Taufkirche, der Marktkirche in Halle (Saale), sollte der junge Händel nicht nur das Spiel an der Orgel lernen. Friedrich Wilhelm Zachow bildete Händel auch in Komposition und an verschiedenen Musikinstrumenten aus. Gutes Rüstzeug also, um später in Hamburg seine erste Oper erfolgreich auf die Bühne zu bringen, in Italien weitere Erfolge zu feiern und schließlich in London die Höhepunkte seiner künstlerischen Laufbahn zu genießen.

Händel fest in hallescher Hand
Heute jährt sich Händels Todestag zum 250. Mal. Ein guter Anlass für die Händel-Haus-Stiftung ein Händel-Fest-Jahr auszurufen und diese Woche zur Ehrung des Barock-Komponisten ausgiebig zu nutzen.
ARTE läutete die Festwoche an Ostermontag mit gleich zwei Sendungen ein. Händels Meisterwerk "Der Messias" gab es in einer Aufzeichnung aus dem Theater an der Wien zusehen. Unter dem Dirigat von Jean-Christophe Spinosi wurde dem Zuschauer hier ein beeindruckender szenischer "Messias" geboten. Leider hat ARTE für diese Aufführung noch keine Wiederholung geplant. Im Anschluss und zu mitternächtlicher Stunde zeigte der Sender den Dokumentarfilm "Barockstar - Georg Friedrich Händel" von Ulrich Meyszies. Der Film erzählt die Geschichte des Komponisten aus der Sicht seiner musikalischen Erben und verzichtet dankenswerter Weise auf kostümierten Schnickschnack. (SALIKUS.de berichtete)
Doch die feierlichen Höhepunkte der Festwoche werden in Halle (Saale) geboten. So eröffnet heute die neue Dauerausstellung "HÄNDEL - Der Europäer" im frisch sanierten Händel-Haus. Am Mittwoch ist dann ein Tag der offenen Tür im Musikmuseum angesetzt, den hoffentlich viele Hallenser und Gäste der Saalestadt für einen Besuch nutzen werden. Denn neben der neuen Ausstellung erwartet die Besucher ein Clownstheaterstück über "Georg Friedrich" mit viel Musik - zum Sehen Hören oder Mitmachen. Philatelisten dürfen sich auf den Sonderstempel "G.F. Händel" der Deutschen Post freuen. Neben weiteren Programmpunkten ist aber auch die Pflanzung und Versteigerung einer Händel-Rose angesetzt. Eine Sonderführung in die Schatzkammer des Hauses mit dem Stiftungsdirektor Dr. Philipp Adlung steht ebenso auf dem Plan, wie ein Rundgang für Kinder durch die neue Ausstellung.

Am 16. und 18. April 2009 können sich Neugierige vom Meister höchstpersönlich seine Heimatstadt zeigen und erklären lassen. STAttReisen HALLE hat eigens für das Händel-Festjahr diesen Stadtrundgang aufgelegt, bei dem ein galanter junger Händel (alias Alexander Pusch) seine Gäste an die Stationen seiner Kindheit und Jugend führt. Siehe auch Galant und amüsant, der junge Händel.

Ganz Europa hört Händel
Am Sonntag, den 19. April 2009, wird es wohl den Höhepunkt des Händel-Fest-Jahres geben, den Special Day der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Über 40 Radiosender werden europaweit insgesamt 8 Live-Konzerte und eine Gesprächsrunde aus 8 Ländern übertragen.
Den Anfang macht der MDR in Halle (Saale). In einem Live-Konzert aus Händels Taufkirche wird pünktlich um 11:00 Uhr die Rekonstruktion der Händel-Gedächtnisfeier in der Londoner Westminster Abbey aus dem Jahre 1784 über den Äther gehen.
Dirigent Howard Arman wird dann den MDR RUNDFUNKCHOR, den Händelfestspielchor am Händel-Haus Halle, den Chor der Oper Halle, die Hallenser Madrigalisten, The English Concert und das Händelfestspielorchester Halle leiten.
Weitere Konzerte sind aus Rom, Zagreb, Budapest, Warschau, Lissabon, London und Stockholm geplant.
Ausführliche Informationen zum Programm der einzelnen Konzerte finden sie auf den Webseiten von MDR-Figaro.